
– Großes Restaurierungsprojekt für Wahrzeichen der Stadt läuft – Spenden weiterhin nötig –
Die „Zwiebelturmkirche“ in Wesselburen steht auf einer erhöhten Wurth und ist von weitem zu sehen. Ein Wahrzeichen der Stadt Wesselburen und ein Sinnbild unserer Heimat. Im Jahre 1736 wurde sie durch einen Großbrand zerstört und bis 1738 unter Beibehaltung des alten Grundrisses wiederaufgebaut.
Der Orgelbauer Johann Hinrich Klapmeyer erbaute die Orgel im Jahr 1741 und in den Jahren 2001-2011 wurde sie durch den Orgelbauer Rowan West aus Altenahr aufwändig restauriert.
Im Jahre 2016 stellte der Glockensachverständige der Nordkirche bei einer Begehung fest, dass alle drei Glocken erheblichen Rostfraß aufweisen. Die Glocken waren 1921 in Eisenhartguss gegossen worden, nachdem die alten Bronzeglocken im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen und zu Kriegsmaterial verarbeitet worden waren. Daraufhin gründete sich der Förderverein „Wir für St. Bartholomäus e. V.“, um Spendengelder für eine Neuanschaffung zu sammeln.
Im Jahre 2020 wurden bei einem heftigen Sturm Kupferscharen aus der Verkleidung des Zwiebelturms herausgerissen und liefen Gefahr herunterzufallen. Eine hiesige Dachdeckerfirma befestigte diese wieder. Bei der Gelegenheit wurde allerdings festgestellt, dass auch weitere Kupferscharen Rissbildungen aufwiesen. Daraufhin wurde ein Turmkletterer beauftragt, die Zwiebeleindeckung von außen näher in Augenschein zu nehmen. Zahlreiche Fotos belegten erhebliche Mängel. Auch die Turmzier wurde dabei begutachtet – mit einem alarmierenden Ergebnis: Die 450 kg schwere Turmzier wird von einer Tragstange mit etwa 4 cm Durchmesser gehalten, die an einer Stelle bis auf fast 1 cm weggerostet war. Sie drohte also abzubrechen. Der Kirchenkreis entschied daraufhin kurzfristig, die Turmzier abzunehmen.
Angesichts dieser Erkenntnisse tagte auch der Förderverein und erklärte sich bereit, auch hierfür Spendengelder einzuwerben. Nun stand fest: Die Zwiebelverkleidung und die Turmzier müssen restauriert, die Glocken komplett erneuert werden. Ein Architekt errechnete Kosten von fast zwei Millionen Euro.
Es folgten viele Sitzungen – im Förderverein, im Kirchengemeinderat, im Kirchenkreis. Genehmigungen wurden eingeholt, etwa vom Denkmalschutz und anderen Behörden, und Anträge auf Fördergelder gestellt. Mittlerweile konnte die Turmzier bereits durch Spendengelder des Fördervereins erneuert werden. Sie steht derzeit in der Kirche und macht dort auf die großen, nun anstehenden Baumaßnahmen aufmerksam. Nach Fertigstellung des Zwiebelturms wird sie wieder mitsamt der Wetterfahne als Turmzier angebracht.

Eine Idee von Brigitte Petersen, der Vorsitzenden des Fördervereins und von Pastorin Ina Brinkmann wurde umgesetzt: Es wurden kleine Gläser mit der Aufschrift „Kupfer für Kupfer“ angeboten. In diesen Gläsern konnten alle Interessierten Centstücke sammeln – jene Münzen, die in der Geldbörse oft als lästig empfunden werden. So ist es wirklich jedem Menschen in unserer Region möglich, mit einem kleinen Beitrag mitzuhelfen, dass unsere Kirche bald wieder so hergestellt ist, wie wir sie auch aus Kindertagen kennen.
Zurzeit werden die Angebotsanfragen ausgearbeitet. Im Sommer soll es dann mit dem Gerüstaufbau und den Arbeiten an der Zwiebel losgehen. Wenn alles gut läuft, sollten die Arbeiten im Sommer 2027 abgeschlossen sein.
Noch fehlt einiges an Geld. Bis Sommer 2027 ist noch etwas Zeit. Weitere Spenden sind willkommen.
Text und Foto Turmzier: Hans-Hermann Ohm
Foto St. Bartholomäus-Kirche: Kerstin Hagge