Staatlich geförderte Dämmung

–Energieberater Stefan Hargens zeigt, was bei älteren Häusern möglich ist–

Wer mit Stefan Hargens durch eine Wohnstraße mit älteren Häusern fährt, erlebt einen Fachmann mit einem ganz besonderen Blick. Wo andere eine schöne Klinkerfassade sehen, überlegt der Energieberater und Dämmexperte längst, was sich dahinter verbirgt: Ist das Mauerwerk zweischalig aufgebaut? Gibt es eine ungedämmte Luftschicht? Und wie viel Energie ließe sich möglicherweise einsparen, wenn diese fachgerecht gedämmt würde? Nach 17 Jahren in der Branche ist dieser Blick für Hargens längst zur Gewohnheit geworden.

Sein Onkel Alfred Wilms suchte schon länger einen Nachfolger für sein Bauunternehmen. 2009 übernahm Hargens den Betrieb mit den Worten: „Das lass mich mal machen!“ Seitdem führt er Baupartner Wilms. Im vergangenen Jahr kam die Ausbildung zum Energieberater hinzu.

Gerade bei älteren Häusern mit zweischaligem Mauerwerk kann eine nachträgliche Kerndämmung interessant sein. Dabei wird beispielsweise Mineralwolle mit einer speziellen Maschine in die vorhandene Luftschicht eingeblasen und verteilt sich dort, bis die Hohlräume vollständig gefüllt sind. Dafür sind lediglich kleine Öffnungen von rund 22 Millimetern Durchmesser in den Fugen erforderlich. Nach dem Einbringen des Dämmstoffes werden diese wieder fachgerecht verschlossen und sind anschließend kaum noch zu erkennen. Das diffusionsoffene Material lässt weiterhin einen Feuchtigkeitsaustausch zu. Auch andere geeignete Dämmstoffe können je nach Gebäude eingesetzt werden.

Die Einblastechnik eignet sich nicht nur für zweischaliges Mauerwerk. Auch Hohlräume in Holzständerwerken und Bereiche, die mit Dämmstoffmatten nur schwer erreichbar wären, können auf diese Weise gefüllt werden. Bei einem typischen Einfamilienhaus sind die Arbeiten häufig innerhalb eines Tages erledigt. Nach Hargens’ Erfahrung kann eine Kerndämmung bei geeigneten zweischaligen Außenwänden die Heizkosten um durchschnittlich rund 30 Prozent reduzieren.

Für ein normales Einfamilienhaus nennt Hargens als Größenordnung etwa 3.500 bis 4.000 Euro. Baupartner Wilms bietet die Arbeiten gerne zum Festpreis an – unabhängig davon, wie viel Dämmmaterial tatsächlich benötigt wird. So kennt der Kunde seine Kosten bereits vor Beginn der Arbeiten. Mögliche Fördermittel können die Investition zusätzlich reduzieren.

Doch nicht jede energetische Sanierung beginnt mit der Dämmmaschine. Mit seinem zweiten Unternehmen, der Energieberatung Hargens, betrachtet Stefan Hargens ein Gebäude als Ganzes. Fenster, Wände und Dach spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Heiztechnik. Ein individuell erstellter Sanierungsfahrplan kann zeigen, welche Maßnahmen sinnvoll sind und in welcher Reihenfolge sie durchgeführt werden sollten. Auch Energieausweise, Thermografie, Heizlastberechnungen sowie die Beratung und Planung für Wärmepumpen gehören zu seinen Leistungen. Gerade bei einer Wärmepumpe ist die richtige Dimensionierung wichtig: Unnötige Leistung verursacht auch unnötige Kosten.

Je nach Vorhaben prüft Hargens zudem, welche staatlichen Fördermöglichkeiten infrage kommen, und unterstützt seine Kunden bei den notwendigen Anträgen. Energieberatung und ausführende Dämmarbeiten erfolgen dabei über seine beiden getrennten Unternehmen und unter Berücksichtigung der jeweils geltenden Förderbedingungen.

Am Anfang steht deshalb der Termin vor Ort. Hargens schaut sich das Gebäude an, bespricht den Sanierungsbedarf und zeigt mögliche Lösungen auf. Anschließend erhält der Kunde ein detailliertes Angebot und bei Bedarf Unterstützung bei der Förderung. So geht es nicht darum, möglichst viel am Haus zu verändern – sondern die Maßnahmen zu finden, die energetisch und wirtschaftlich wirklich sinnvoll sind.

Text: Hartmut Schmidt
Bild: AdobeStock

Dienstag, 15 September, 2026