
Wie können Vereine neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter gewinnen? Welche Strukturen helfen, Vorstandsarbeit und Ehrenamt attraktiver zu machen? Diese Fragen standen am 22. September im Mittelpunkt einer Veranstaltung im Gesundheitszentrum Büsum, zu der Ehrenamtskoordinatorin Frauke Düßmann eingeladen hatte.
Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Vereine aus dem Amtsbereich Büsum-Wesselburen nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren und auszutauschen. Referent Heiko Kolz, Volkswirt, selbstständiger Speaker zum Thema „New Work“ und Mitbegründer der Genossenschaft Alsenhof in Lägerdorf, hielt einen Impulsvortrag über neue Wege der Zusammenarbeit, des Lernens und des Lebens.
Kolz stellte das Konzept des Alsenhofs vor – ein historisches Gebäude, das heute als kreativer Zukunftsort dient. Dort arbeiten Vereine, Initiativen und Unternehmen Tür an Tür, entwickeln Ideen, feiern Feste und schaffen gemeinsame Projekte. „Es geht nicht um schnelles Wachstum oder hochprofitable Investments, sondern darum, wie wir in Zukunft leben, lernen und arbeiten wollen“, erklärte Kolz. Der Alsenhof setze auf Gemeinschaft, Netzwerke und Teamgeist – ein Ansatz, der sich auch für die Vereinsarbeit in der Region übertragen lasse.
Herausforderungen im Ehrenamt
Im Anschluss berichteten die Teilnehmenden offen über ihre eigenen Erfahrungen. Sportvereine schilderten, wie schwer es sei, neue Trainer für die Jugendsparten zu finden. Andere sprachen von fehlenden Begegnungsorten für Feste, Präsentationen oder Workshops. Auch die Besetzung von Vorstandsposten gestalte sich vielerorts schwierig. Diskutiert wurde sogar, ob sich Vereine zusammenschließen könnten, um Ressourcen zu bündeln und Ehrenamtliche zu entlasten.
„Das Beispiel des Alsenhofs zeigt, wie ein gemeinsamer Ort Synergien schaffen kann“, fasste eine Teilnehmerin zusammen. Frauke Düßmann bestärkte die Vereinsvertreter darin, sich stärker zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen. Mit einem klugen Konzept könnten sich auch in Büsum oder Wesselburen Orte schaffen lassen, die Vereinen, Betrieben und Ehrenamtlichen gleichermaßen zugutekommen – von Handwerk über Sport bis Kultur.
Nächste Schritte
Zum Abschluss der Veranstaltung bildete sich spontan eine kleine Gruppe, die einen gemeinsamen Ausflug zum Alsenhof anregte, um sich das Konzept vor Ort anzusehen. „Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Ideen weiterentwickeln“, sagte Düßmann. Vielleicht finde sich in der Region ein ähnlicher Ort, an dem Ehrenamt, Freizeit und Bildung zusammenwachsen können.
Über den Alsenhof
Der Alsenhof in Lägerdorf ist mehr als ein Kreativzentrum: Er ist ein denkmalgeschütztes Gebäude mit Geschichte, das heute als Zukunftsort gestaltet wird. Gemeinschaft, Netzwerk und Team bilden das Fundament des Projekts. Ziel ist es, Menschen zusammenzubringen, um nachhaltige und sinnstiftende Projekte zu verwirklichen – als Alternative zu Einsamkeit, Konsumzwang und rein virtuellen Kontakten.
Mehr Informationen zum Alsenhof und zur Möglichkeit, Mitglied der Genossenschaft zu werden, finden Interessierte unter www.alsenhof.de sowie unter www.heikokolz.com.