
– Uwe Dag Berlin und Henning Gussmann am 11.11. zu Gast in der Stadtbücherei Wesselburen –
In Hamburg lebten zwei Ameisen, die wollten nach Australien verreisen…
Kennen Sie dieses wunderbare Gedicht von zwei Ameisen, die vereisen wollten, aber nicht weit kamen, weil ihnen die Füße weh taten?
Genau, es ist eines der bekanntesten Gedichte von Joachim Ringelnatz.
Vor einiger Zeit war Susanne Rickers, Leiterin der Stadtbücherei Wesselburen, in Wurzen, dem Geburtsort von Ringelnatz, bürgerlich, Hans Gustav Böttcher. Wieder war sie so begeistert von seiner Lyrik, dass sie diese Begeisterung gerne mit Ihnen teilen möchte.
Dazu hat sie sich prominente Hilfe eingeladen. Uwe Dag Berlin, den bekannten Film- und Theaterschauspieler. Herr Berlin war bereits mit seinen hervorragenden Hebbel Rezitationen zu Gast in der Stadtbücherei.
Zünftige Musik darf natürlich an so einem Abend nicht fehlen. Henning Gussmann ergänzt mit Ringelnatz- und Seemannsliedern den Abend.
In entsprechendem Ambiente erwartet Sie ein vergnüglicher Abend.
Beginn 19.00 Uhr, Eintritt inkl. Getränke 9,– Euro.
Joachim Ringelnatz, wie sich Hans Gustav Böttcher ab 1919 nannte, führte ein wirklich kurioses Leben.
Aufgewachsen in einem Künstlerhaushalt machte Joachim schon früh auf sich aufmerksam. Unendlich viele Streiche bis hin zu einer unerlaubten Tätowierung, zwangen ihn die Schule mit 17 zu verlassen. Seine ungeteilte Liebe galt der Seefahrt, der er auch einige Zeit nachgehen konnte. Eine Augenkrankheit zwang ihn schließlich an Land. Insgesamt 30 verschiedene Berufe übte er aus und war zeitlebens von Armut, manchmal von extremer Armut, betroffen. Immer wieder trat er im Kabarett auf, besonders in seiner Rolle als Kuddel Daddeldu. Mit Kuddel Daddeldu konnte Ringelnatz seine Erfahrungen als Seemann in frechen, ungehobelten und meist auch schlüpfrigen Reimen ausleben.
Geprägt durch seinen geliebten Vater begann er früh kleine humorvolle Gedichte zu schreiben. Gelegentlich veröffentlichte sogar er etwas. Sein erster Gedichtband erschien allerdings erst 1910.
Seine Lyrik ist weithin bekannt. Ringelnatz schrieb aber auch Novellen und Erzählungen, sowie auch Theaterstücke die ziemlich in Vergessenheit geraten sind.
1920 heiratete Ringelnatz seine geliebte Leonharda Pieper. Sie war ihm nicht nur im Leben eine Stütze, sondern auch in seinem beruflichen Leben war sie unersetzlich. Das Paar wechselte immer mal wieder den Wohnort und tingelten mit ihrem Kabarett durch die Lande. 1933 erhielt Ringelnatz Auftrittsverbot und seine Bücher wurden verboten und auch verbrannt.
1934 erlag Ringelnatz mit nur 51 Jahren einem Lungenleiden.
Karten erhalten Sie im Vorverkauf in der Stadtbücherei Wesselburen, Dohrnstr. 1, Tel. 04833/941, buecherei@wesselburen.de